Schufa

Das Finanzierungs - ABC

Unser Lexikon erklärt die Fachbegriffe rund um die Immobilienfinanzierung:
Von A wie Abnahmeverpflichtung bis Z wie Zwischenfinanzierung.


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Schufa

Was ist eigentlich die SCHUFA?
Die Abkürzung SCHUFA steht für “Schutzgemeinschaft für die allgemeine Kreditsicherung”. Die SCHUFA sammelt Daten Ihrer Vertragspartner, durch die sie auch finanziert wird. Diese Vertragspartner sind z.B. Banken, Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen, Versandhändler. Die SCHUFA verfügt nach eigenen Angaben über 407 Millionen gespeicherte Informationen von 64 Millionen Bundesbürgern (Stand 2006). Die SCHUFA ist keine Behörde, sondern privatwirtschaftlich organisiert und firmiert als SCHUFA Holding AG.

Ziel der SCHUFA ist es, die Kreditausfälle für Ihre Vertragspartner zu reduzieren.


Welche Daten sammelt die SCHUFA und woher kommen die?
Die SCHUFA speichert personenbezogene Informationen wie Name, Adresse, Geburtsdatum und Informationen und kreditrelevante Daten wir Kontoinformationen, Kreditkarten, Leasingverträge, Bürgschaften, Mobilfunkverträge, Kreditverträge. Diese Daten erhält die SCHUFA von Ihren Vertragspartnern. Außerdem verfügt sie über Informationen aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte, über Eidesstattliche Versicherungen.

Allerdings werden die Daten nach bestimmten Fristen auch wieder gelöscht:

  • Girokonto- und Kreditkarteninformationen nach Kontoauflösung
  • Konten im Versandhandel drei Jahre nach Eingang bzw. ab Mitteilung über Auflösung
  • Kreditinformationen drei Jahre ab dem Jahr der Rückzahlung
  • Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte nach drei Jahren und früher, wenn die Löschung beim Amtsgericht der SCHUFA vor der Frist von drei Jahren gemeldet wird
  • Daten aus nicht vertragsgemäß abgelaufenen Geschäften drei Jahre nach der Begleichung


Wer kann meine Daten bei der Schufa abfragen?
Eine Auskunft beantragen können alle Unternehmen, die Leistungen und Lieferungen gegen einen Kredit gewähren oder Unternehmen, die ansonsten ein wirtschaftliches Risiko tragen, also z.B. Banken, Kreditkartenunternehmen, Telekommunikationsunternehmen. Die Unternehmen zahlen pro Anfrage eine Gebühr.

Sie können auch selbst einen Einblick in ihre gespeicherten Daten nehmen und gegen eine Gebühr eine Selbstauskunft bei der Schufa beantragen.


Was enthält eine Schufa-Auskunft?
Die Schufa unterscheidet bei der Auskunft zwischen A und B-Vertragspartnern.
A-Vertragspartner sind Banken, Sparkassen, Kreditkartenunternehmen. Diese erhalten alle bankrelevante Informationen, also ob Sie ein Girokonto haben oder eine Kreditkarte, aber auch, wenn Sie einen Kredit gekündigt haben. Sie erhalten auch negative Informationen aus anderen Bereichen, also gemahnte oder nicht bezahlte Rechnungen, jedoch nie, von welchem Unternehmen diese Daten stammen.

A-Partner werden auch darüber informiert, ob ein anderes Unternehmen in den letzten zehn Tagen eine Auskunft über sie angefordert hat, aber wiederum nicht, welches Unternehmen das war.

B-Partner sind Versandhandels-, Telekommunikationsunternehmen oder sonstige Unternehmen, die Waren auf Teilzahlungsbasis liefern. Sie erhalten Informationen über Zahlungsstörungen ohne zu wissen, in welchem Bereich die liegen.

Telekommunikationsunternehmen erhalten konkret positive und negative Auskünfte aus ihrer Branche, nicht aber bei welchem Unternehmen Sie Kunde sind.

Ist eine Schufa-Anfrage bei der Kreditvergabe obligatorisch?
Nein. Und wenn die Bank nicht darauf besteht, sollten Sie auch nicht nachfragen. Denn eine Kreditanfrage kann dazu führen, dass eine andere Bank sie später als weniger kreditwürdig einschätzt. Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten: Häufig werben unseriöse Kreditanbieter mit Kreditvergabe ohne Schufaauskunft, dafür aber mit gesalzenen Zinssätzen.


Können Kreditinstitute ohne meine Einwilligung eine Schufa-Auskunft beantragen?
Meist beinhalten Krediteinanträge automatisch die sog. “Schufaklausel”, mit der sie dem Unternehmen die Erlaubnis erteilen, ieinwilligunghre Daten an die Schufa weiterzugeben und sich eine Auskunft ihrer Daten zu holen.

Ohne eine solche Klausel ist es für ein Unternehmen nicht zulässig, ihre Daten weiterzuleiten und sich eine Auskunft einzuholen. Sie können die Klausel auch aus einem Vertrag oder Antrag streichen, gehen damit aber das Risiko ein, dass ihr Kreditwunsch abgelehnt wird.


Was ist Scoring?
Scoring ist ein Verfahren, bei dem aus einer Menge von gesammelten Daten eine Prognose erstellt wird. Im Falle der Schufa soll die Prognose darüber Auskunft geben, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde ein Geschäft vertragsgemäß abwickelt oder einen Kredit vertragsgemäß zurückzahlt.

Dieser Score wird aus den bei der SCHUFA verfügbaren Daten ermittelt, es kann dabei nicht auf Daten wie Einkommen oder Beruf zurückgegriffen werden.

Allerdings gibt es branchenspezifische Scorewerte, da die SCHUFA davon ausgeht, dass man für die Wahrscheinlichkeit, mit der jemand eine Rechnung bezahlt eine andere Prognose abgeben muss als für die Wahrscheinlichkeit, mit der jemand einen Kredit zurückzahlt.

In der Selbstauskunft erfährt der Kunde bei der SCHUFA, welcher Basisscore ihm zugeordnet wurde. Der Basisscore wird branchenunabhängig erstellt und soll allgemein etwas darüber aussagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass jemand vertragsgemäß ein Geschäft abwickelt. Der Basisscore ist ein Prozentwert (100% ist der höchste und beste Wert), der alle drei Monate aktualisiert wird.

Die branchenspezifischen Scores werden von der SCHUFA nach eigenen Angaben nicht gespeichert, sondern tagesaktuell berechnet.


Wo kann ich eine SCHUFA-Auskunft über meine dort gespeicherten Daten erhalten?
Sie können sich eine Auskunft direkt bei der SCHUFA einholen.

Mehr Informationen erhalten Sie direkt auf der SCHUFA Web-Seite: http://www.schufa.de

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